// Abenteuer Red Bull Romaniacs – vier Tage durch Rumäniens Wildnis
Abenteuer Red Bull Romaniacs – vier Tage durch Rumäniens Wildnis
Mit großer Vorfreude, aber auch gehörigem Respekt ging es für mich zur Red Bull Romaniacs nach Rumänien – der härtesten Hard-Enduro-Rally der Welt. Schon die Vorbereitung war eine Herausforderung. Bei rund 1.300 Kilometern Anreise musste an alles gedacht werden. Ersatzteile, Werkzeug, Bekleidung – lieber einmal zu viel als einmal zu wenig.
Bereits die Anmeldung zeigte, welche Dimension dieses Event hat. Zahlreiche Stationen mussten durchlaufen werden, bevor es überhaupt losgehen konnte.
Den Auftakt machte der City Prolog in Sibiu. Leider rutschte ich auf einem nassen Brett mit dem Vorderrad weg und verlor anschließend in einem Steinfeld viel Zeit. Dadurch startete ich den ersten Offroad-Tag lediglich auf Rang 162 von rund 200 Fahrern der Bronze-Klasse.
Doch genau dort begann meine Aufholjagd.
Der erste Offroad-Tag führte über rund 155 Kilometer durch Rumäniens beeindruckende Landschaft. Am Ende konnte ich fast 100 Plätze gutmachen und mich bis auf Rang 66 vorarbeiten.
Die folgenden Tage boten alles, was die Red Bull Romaniacs so einzigartig macht: endlose Berglandschaften, anspruchsvolle Wälder, steile Auf- und Abfahrten, riesige Schaf- und Kuhherden sowie neugierige wilde Hunde, die uns ein Stück des Weges begleiteten. Besonders beeindruckend waren die Passagen durch alte Minen. Durch Fenster, entlang alter Förderbänder, über Dächer und Treppen führte die Strecke durch diese verlassenen Anlagen – ein Erlebnis, das ich so schnell nicht vergessen werde.
In den täglichen Servicepausen wartete mein Team bereits auf mich, versorgte mich, reparierte das Motorrad und schickte mich bestens vorbereitet wieder auf die Strecke. Gerade bei einer Rallye wie den Romaniacs ist ein funktionierendes Team im Hintergrund unbezahlbar.
Am letzten Fahrtag kam noch eine starke Erkältung dazu. Körperlich war ich am Limit und jeder Muskel schmerzte. Trotzdem war Aufgeben nie eine Option.
Nach fast sechs Stunden erreichte ich den letzten Zielhang. Als ich schließlich unter dem Zielbogen hindurchfuhr, überwältigten mich die Emotionen. Die Erleichterung, alle vier Offroad-Tage erfolgreich gemeistert zu haben, war riesig – und die Freudentränen ließen sich nicht mehr zurückhalten.
Am Ende belegte ich Gesamtrang 67 von rund 200 Fahrern der Bronze-Klasse – ein Ergebnis, mit dem ich nach dem unglücklichen Prolog und Startplatz 162 mehr als zufrieden bin.
Die Red Bull Romaniacs haben ihren Ruf nicht ohne Grund. Sie verlangen einem körperlich und mental alles ab. Gleichzeitig schenken sie unvergessliche Eindrücke und Momente, die man kaum in Worte fassen kann.
Ein herzliches Dankeschön an meinen Motorsportclub für die Unterstützung. Es macht mich stolz, euch bei einer Veranstaltung wie der härtesten Hard-Enduro-Rally der Welt vertreten zu dürfen.
Eure
Eva Täuber


